Territorio Havaianas
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AUF DER SUCHE NACH DER SONNE

Ich packe meinen Koffer, denn ich möchte verreisen. Jawohl. Weit weg. Sehr weit weg, um genau zu sein. Ich gehe weg, weil mein Geburtstag bevorsteht und ich schon seit langem beschlossen haben, ihn wenn möglich immer unter der Sonne zu feiern. Als ich klein war, war ich verständlicherweise immer neidisch, weil die Geburtstage meiner Freunde auf den Sommer fielen und diese Sommer-Geburtstagspartys immer die besseren waren: Wir konnten gemeinsam am Fluss oder beim Schwimmbecken picknicken, es gab keine Schule, die Eltern ließen uns länger feiern ... selbst die Geschenke erschienen mir cooler! Wenn man jedoch, wie ich, in einem der dunklen und grauen Monate Geburtstag feiert, hat alles, bis hin zur Torte mit den Kerzen, einen bitteren Beigeschmack. Daher feiere ich ihn nach Möglichkeit unter der Sonne.
Ich packe gerade meinen Koffer und dabei kommt mir der Gedanke, dass das Kofferpacken ein bisschen einer Verwandlung in eine andere Person gleicht. Noch vor zwei Stunden, selbst vor fast fünf Minuten noch, war ich eine Person, die morgens aufstand, um zum Fitnessstudio zu gehen, danach zur Arbeit, einmal pro Woche ins Kino und, wenn es passt, zu einem gemeinsamen Essen mit Freunden. Aber vor fünf Minuten hat sich das geändert. Vor fünf Minuten habe ich den Schrank geöffnet und den Koffer herausgenommen und jetzt stehe ich vor meinem Bett, mit eben diesem leeren Koffer, der darauf wartet, gefüllt zu werden, und entscheide, welche Kleidung ich mitnehme. Und seit diesem Moment bin ich eine andere Person, die in ein paar Stunden nur bereits die Füße im Wasser haben wird, fernab von Fitnessstudio, Arbeit, Alltagsroutine.

Ich nehme nie viel mit, denn dort, wo ich hingehe, ist das Leben leichter. Daher beschränke ich mich auf das Wesentliche: Badekleidung, ein Handtuch, Sonnencreme, ein paar T-Shirts und natürliche meine unentbehrlichen Havaianas-Sandalen. Ich nehme immer gleich drei oder vier Paar Havaianas-Sandalen mit, denn sie sind das Einzige, was ich während der nächsten zehn Tage tragen werde: ein Paar für den Strand, ein etwas dezenteres Paar für einen schicken, entspannten Abend, ein drittes Paar, das sich rund um die Uhr tragen lässt, und meine alten abgenutzten und schon ein wenig verschlissenen Havaianas, die mich schon begleiten, seit ich mit diesem Ritual angefangen habe. Das war anlässlich meines ersten Geburtstags unter der Sonne. Ich war nach Brasilien gereist und dort kreuzten sich unsere Wege. Seitdem habe ich meine Havaianas in alle von mir bereisten Winkel des Planeten mitgenommen.
Dieses Jahr fiel meine Wahl auf die Philippinen. Und meine Havaianas sind schon im Koffer. Vor allen anderen Dingen, die ich mitnehme. Sie sind nämlich genauso große Sonnenanbeter wie ich. Und Sie? Vermissen Sie nicht auch die frische Meeresluft? Würde es Ihnen nicht gefallen, Ihren Geburtstag auf dem Sand feiern zu können oder das neue Jahr mit einem Bad im Meer begrüßen zu können? Ein guter Grund findet sich immer, auch wenn man gerade KEINEN Geburtstag hat. Ich habe übrigens jetzt auch keinen Geburtstag, aber pst! Nicht weitersagen ;-)!

PS: Diesen Beitrag möchte ich meinem Chef widmen, der immer „meine“ Urlaubswoche respektiert; den Brüdern Wright, die sich nicht von ihren verrückten Ideen, die die Gesetze der Physik herausforderten, haben abbringen lassen, ohne zu wissen, dass Jahre später die Flugzeuge in der Lage sein werden, den Jahreszeiten zu trotzen; sowie meinen Havaianas, die immer an meiner Seite waren.
Territorio Havaianas - SEEKING THE SUN
Territorio Havaianas - SEEKING THE SUN

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